Bayrle, Thomas
Thomas Bayrle kam 1953 mit seiner Familie nach Frankfurt am Main. Da er zunächst Textilingenieur werden wollte, machte er eine Lehre als Weber in Göppingen. Es folgte ein Studium an der Werkkunstschule Offenbach (1958–1961), wo er sich der Druckgrafik zuwandte. Mit Bernhard Jäger gründete er die Gulliver Presse, die zwischen 1962 und 1966 Künstlerbücher und Editionen verlegte. Von 1962 bis 1972 betrieb er mit Hans Jörg Kellermann eine Werkstatt, in der dreidimensionale Objekte – oszillierend zwischen Kunst und Werbung – hergestellt wurden. Der Maler, Grafiker, Objekt- und Videokünstler lehrte von 1972 bis 2002 an der Städelschule. In den 1960er Jahren entwickelte Thomas Bayrle mithilfe eines Strukturrasters seine eigene Bildform: Ein Großbild wird aus vielen gleichen Elementen zusammengesetzt. Wesentlich für sein künstlerisches Werk ist also das Prinzip des Seriellen, nach dem er bis heute arbeitet. Seine Motive entnimmt er vielfach der Konsumwelt und knüpft hier an die Pop Art an. Indem er die Waren dieser Welt als vervielfältigte, wiederholbare Formen und Piktogramme darstellt, reflektiert er die kapitalistische Gesellschaft.