Cahn, Ruth

* 1875 Frankfurt am Main; † 1966 Frankfurt am Main

Amalie Leontine Cahn-Schwarzadler entstammte einer alteingesessenen Frankfurter Familie, deren Geschichte sich auf das Haus Schwarzer Adler in der Judengasse zurückverfolgen lässt. Ihr Vater betrieb ein nach ihm benanntes Bankhaus in der Taunusstraße. Unter ihrem Künstlernamen Ruth Cahn galt sie als eine aufstrebende Fauvistin, bis der Aufstieg der Nationalsozialist*innen ihre Karriere abrupt beendete. Von 1906 bis 1912 besuchte sie die Damenakademie des Künstlerinnen-Vereins in München – damals ein Zentrum der Frauenbewegung. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs hielt sie sich in Frankfurt wie auch im neutralen Spanien auf. In den frühen 1920er Jahren zog Ruth Cahn nach Paris, wo sie in Kreisen um Pablo Picasso und Henri Matisse verkehrte. Ihre künstlerische Ausbildung setzte sie bei Kees van Dongen und Othon Friesz fort: beide anerkannte Künstler des Fauvismus. Ab Ende der 1920er Jahre lebte Ruth Cahn wieder in Frankfurt. Während der Weimarer Republik hatte sie, auch international, an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen und gehörte zu den anerkannten Kunstschaffenden Frankfurts. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme durfte Ruth Cahn nicht mehr erwerbsmäßig als Künstlerin arbeiten. Sie musste außerdem aus dem Frankfurter Künstlerbund sowie aus der GEDOK austreten. 1935 gelang ihr gemeinsam mit ihrem Bruder Arthur die Flucht aus Frankfurt. Sie ließen sich in Santiago de Chile nieder. Mit dem Exil gab Ruth Cahn die Kunst für immer auf. Nach dem Tod des Bruders 1953 kehrte sie nach Europa zurück und lebte zunächst in Barcelona. Sie konnte schließlich auch wieder nach Frankfurt zurückkehren, wo sie bis zu ihrem Lebensende verblieb.

Ruth Cahn
Bethmann-Weiher
1929 (erworben), Aquarell, 48 x 60 cm
Städtische Kunstsammlung, Kulturamt Frankfurt am Main
Inventar-Nr. C-2007
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