Ferm, Pia
Pia Ferm studierte Druckgrafik und Malerei an der Dômen Artschool in Göteborg (2011–2014) und war Meisterschülerin bei Tobias Rehberger an der Frankfurter Städelschule (bis 2020). Als Bildhauerin arbeitet sie mit Marmor und textilen Materialien. Viele ihrer Textilarbeiten sind mit dem Tufting-Verfahren umgesetzt. An sich eine Technik zur industriellen Herstellung von Teppichböden, wird beim „Tuften“ das Garn von hinten durch das Trägermaterial gestochen, sodass auf der Vorderseite Maschen entstehen. Hierfür wird eine, an eine Pistole erinnernde, Handtuftmaschine benutzt. Ferms Arbeiten werden in einem anstrengenden, zeitintensiven Prozess hergestellt. Die Künstlerin füllt dabei die Konturen mit Farbflächen aus Maschen und erarbeitet dabei Schattierungen, die aus der Kombination von vier- bis sechs-farbigen Fäden pro Masche resultieren. Oft haben Pia Ferms Textilarbeiten einen besonders zeichnerischen Ausdruck, wirken fast wie überdimensionierte Arbeitsskizzen. Durch das Zuschneiden der Maschen auf der Vorderseite der Arbeiten, entsteht schließlich eine reliefartige Struktur. Die Arbeiten, in denen sich malerische und skulpturale Eigenschaften vereinen, präsentiert Ferm nicht nur als Wandhängung sondern auch in raumgreifenden Installationen.