Garve, Theo

* 1928 Offenbach; † 1987 Hamburg

Ab 1922 machte Theo Garve eine künstlerische Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen in Offenbach und in Frankfurt (später Städelschule; ab 1925). 1926 wurde er als erster Schüler in die Meisterklasse von Max Beckmann aufgenommen (bis 1930), dessen Malklasse er später auch übernahm. Nach Beendigung seines Studiums war Theo Garve als freischaffender Künstler tätig und beteiligte sich erfolgreich an Ausstellungen und Wettbewerben. 1933, mit der nationalsozialistischen Machtübernahme, kam der Bruch: Wie Max Beckmann und seine weiteren Schüler*innen wurde er diffamiert, seine Kunst galt als „entartet“. In den folgenden Jahren übernahm der Künstler einige Aufträge in Frankfurt, ab 1939 besuchte er die Lithografie-Klasse an der Städelschule, und er übernahm einige Reisen mit Freund*innen aus der Kunstszene. Beispielsweise besuchte er die spätere Galeristin Hanna Bekker vom Rath in ihrem Blauen Haus in Hofheim am Taunus, das im Nationalsozialismus ein Zufluchtsort verfemter Künstler*innen war. 1937 reisten sie zusammen nach Paris, um unzensierte moderne Kunst zu sehen, darunter Guernica von Pablo Picasso. 1941 wurde Garve zum Kriegsdienst eingezogen und kehrte erst 1945 nach Frankfurt zurück, wo er seine Wohnung und sein Atelier, samt einem Großteil seines Frühwerks, zerstört vorfand. Ab 1946 wurde Theo Garve mit der Reorganisation der Städelschule betraut. Dort baute er deren Abendschule mit auf, die er bis 1956 Jahre leitete und an der er eine Zeichenklasse unterrichtete. Damit war er wesentlich an der Förderung des künstlerischen Nachwuchses in der unmittelbaren Nachkriegszeit beteiligt. 1956 folgte Theo Garve dem Ruf auf eine Professur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg

Theo Garve
Stillleben
1928, Öl auf Leinwand, 75 x 61 cm
Städtische Kunstsammlung, Kulturamt Frankfurt am Main
Inventar-Nr. G-0023
Zurück