Götz, Karl Otto

* 1914 Aachen; † 2017 Wolfenacker

Karl Otto Götz besuchte ab 1932 die Webeschule und parallel dazu die Kunstgewerbeschule in Aachen. Aufgrund seiner abstrakten und surrealistischen Arbeiten erhielt Karl Otto Götz im nationalsozialistischen Deutschland Mal- und Ausstellungsverbot. Allerdings arbeitete er heimlich an seiner künstlerischen Konzeption weiter: Er entwickelte Spritzbilder und experimentierte mit abstrakten Filmen, Photomalerei und Photogrammen. Er stand in Kontakt mit Künstler*innenkollegen, darunter Willi Baumeister und Otto Dix. Immer wieder leistete er auch Militärdienst. Im Nachkriegsdeutschland kam Karl Otto Götz früh zu Ausstellungen und Förderern, sodass seine Arbeiten 1947 in Paris zu sehen waren. Hier wurden Künstler der Gruppe CoBrA (zusammengesetzt aus den Kürzeln der Städte Copenhagen, Brüssel und Amsterdam) auf ihn aufmerksam, und er wurde 1949 als einziger deutscher Künstler in die Gruppe aufgenommen. 1950 zog Karl Otto Götz nach Frankfurt am Main. Hier fand 1952 die Ausstellung Neuexpressionisten mit Otto Greis, Heinz Kreutz und Bernard Schultze in der Zimmergalerie Franck statt – im Rückblick eine Art Gründungsveranstaltung der später als Quadriga bekannten Künstlergruppe. Heute gilt die Quadriga als Kerngruppe der informellen Malerei in Deutschland und als erste deutsche avantgardistische Künstlergruppe nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihr wird ein erheblicher Anteil daran zugeschrieben, dass die deutsche Kunst nach 1945 wieder Anschluss an die internationale Entwicklung finden konnte. Karl Otto Götz zählt zu den Hauptvertreter*innen des Deutschen Informel, sein Werk fand national und international große Anerkennung. Von 1959 bis 1979 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, seine Klassen besuchten unter anderen Sigmar Polke und Gerhard Richter.

Karl Otto Götz
o.T.
1955, Mischtechnik auf Karton, 50 x 65 cm
Städtische Kunstsammlung, Kulturamt Frankfurt am Main
Inventar-Nr. G-2002
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