Greis, Otto

* 1913 Frankfurt am Main; † 2001 Ingelheim am Rhein

1934 brach Otto Greis nach zwei Jahren sein Maschinenbaustudium ab und nahm privaten Mal- und Zeichenunterricht bei dem Maler und Grafiker Johann Heinrich Höhl (bis 1938). Während des Zweiten Weltkriegs diente Otto Greis als Sanitätssoldat. 1945 lernte er Ernst Wilhelm Nay kennen; es folgte ein mehrjähriger Austausch, der sein Werk beeinflusste. Seine informellen Arbeiten präsentierte der Künstler erstmals 1952 gemeinsam mit Karl Otto Götz, Heinz Kreutz und Bernard Schultze in der Zimmergalerie Franck in der Ausstellung Neuexpressionisten – auch bekannt als Quadriga-Ausstellung. Heute gilt die Quadriga als Kerngruppe der informellen Malerei in Deutschland und als erste deutsche avantgardistische Künstlergruppe nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihr wird ein erheblicher Anteil daran zugeschrieben, dass die deutsche Kunst nach 1945 wieder Anschluss an die internationale Entwicklung finden konnte. 1957 zog Otto Greis nach Frankreich. Hier arbeitete er weiter an seinen Materiebildern und wendete sich außerdem dem Phänomen Licht zu, das er als bildnerisches Gestaltungsmittel begriff.

Otto Greis
Vernarbung
1958, Öl auf Leinwand, 117 x 74 cm
Städtische Kunstsammlung, Kulturamt Frankfurt am Main
Inventar-Nr. G-1034a, Dauerleihgabe HMF B.99:2
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