Nussbaum, Jakob

* 1873 Rhina; † 1936 Afulah, Israel

Jakob Nussbaum kam 1883 mit seiner Familie nach Frankfurt, wo er zunächst eine kaufmännische Ausbildung begann. Im Alter von 20 Jahren schrieb er sich an der Akademie der Bildenden Künste in München ein. Bis Ende der 1890er Jahre verbrachte er die Sommermonate in einer von Mitschülern gegründeten Malerkolonie in Siebenbürgen und kam hier zur Freilichtmalerei. In den folgenden Jahren fand er im Impressionismus seine künstlerische Sprache und pflegte auch Kontakte zu Vertreter*innen dieser Strömung: Maler*innen wie Max Liebermann, Galerist*innen wie Bruno und Paul Cassirer. Er trat der Berliner Secession (1904) sowie dem Frankfurt-Cronberger-Künstlerbund (1907/1908) bei. Sein beruflicher Erfolg ermöglichte ihm ausgedehnte Reisen. 1902 kam Jakob Nussbaum zurück nach Frankfurt und gehörte hier zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Stadt. Im Ersten Weltkrieg wurde er zunächst als Soldat eingezogen, später erhielt er den Status eines Kriegsmalers und dokumentierte das Kriegsgeschehen – häufig durch das Motiv der versehrten Natur. 1922 gründete er mit dem Amtsgerichtsrat Ernst Moritz Levi die Frankfurter Künstlerhilfe; aus ihr ging die bis heute wachsende Städtische Kunstsammlung hervor. 1932 wurde Jakob Nussbaum als Professor an die Städelschule berufen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialist*innen 1933 wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft entlassen. Noch im selben Jahr wanderte er mit seiner Familie in das Britische Mandatsgebiet Palästina aus – ein radikaler Einschnitt auch in sein berufliches Leben, da Möglichkeiten zur Entfaltung als Künstler fehlten und er immer seltener malte.

Zurück