Schultze, Bernard
Bernard Schultze kam als Kind nach Berlin. An der hiesigen Hochschule für Kunsterziehung sowie später an der Kunstakademie Düsseldorf absolvierte er sein Studium, das er 1939 mit einem Staatsexamen abschloss. Zwischen 1939 und 1945 diente er als Soldat. Bei einem Bombenangriff auf Berlin 1944 verbrannte sein gesamtes Frühwerk. 1947 kam Bernard Schultze nach Frankfurt am Main. Hier entstanden ab 1951 seine ersten informellen Bilder, die er 1952 in der Ausstellung Neuexpressionisten, auch Quadriga-Ausstellung genannt, zeigte. Diese Ausstellung fand gemeinsam mit Karl Otto Götz, Otto Greis und Heinz Kreutz in der Zimmergalerie Franck statt und gilt heute als eine Art Gründungsveranstaltung der sogenannten Künstlergruppe Quadriga. Quadriga war die Kerngruppe der informellen Malerei und die erste avantgardistische Künstlergruppe nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Der Gruppe wird auch ein erheblicher Anteil daran zugeschrieben, dass die deutsche Kunst nach 1945 wieder Anschluss an die internationale Entwicklung finden konnte. In den nächsten Jahrzehnten verfolgte Schultze verschiedene künstlerische Projekte, unter anderem entwickelte er das Konzept des Migofs (ab 1961), eines fiktiven Wesens, das immer wieder in seinen Werken auftaucht. Ab 1964 schuf er auch raumgreifende Migof-Environments. Sein Werk wurde national und international ausgestellt und erhielt zahlreiche Preise.