Stern, Fried
Fried Stern begann verschiedene Ausbildungen, unter anderem studierte er Zeichnung und Malerei am Städelschen Kunstinstitut. 1913 veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch, Aus dem Tagebuch des Robinson Crusoe, mit begleitenden Illustrationen (1913). Ein Jahr später folgte Der Struwwelpeter von Heute. Ein Bilderbuch für die Großen, das als frühe satirisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Struwwelpeter-Original (1845) des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann gilt. Fried Stern diente im Ersten Weltkrieg; während seines Aufenthalts im Lazarett nach einer Verletzung schrieb er seine Betrachtungen über Heimat und Vaterland (1917). Er war Mitarbeiter bei der Frankfurter Zeitung, zwischen 1924 und 1932 arbeitete er als Rundfunkautor beim SWR, besonders für Beiträge über Literatur und Kunst. Der freie Maler, Grafiker, Schriftsteller und Illustrator gehörte zur Frankfurter Bohème und war hier mit zahlreichen Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Kreativen bekannt. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung väterlicherseits tauchte Fried Stern ab 1933 zunächst einige Jahre in Frankfurt unter, 1937 emigrierte er nach Amsterdam. 1940 wurde er im Lager Westerbork interniert und 1942 entlassen, noch vor den ersten, im Juli stattfindenden Deportationen. Nach mehreren Ortswechseln ist im Juni 1944 sein letzter bekannter Wohnort in den Niederlanden Hilversum. Danach verliert sich seine Spur.