Werth, Inge
Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete Inge Werth mit ihrer Mutter Richtung Westen und kam über Hamburg nach Frankfurt am Main. Als junge Frau bekam sie eine Kamera geschenkt und begann mit Bildern Geschichten zu erzählen. Ab 1963 arbeitete sie als freie Fotografin für Verbände und Gewerkschaften, Magazine und Zeitschriften, darunter Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Frankfurter Rundschau. Erste Reportagen über die industrielle Arbeitswelt entstanden im Auftrag der IG Metall. 1964 hielt sie den kargen Alltag in Ostberlin fest. Auch gesellschaftliche Umbrüche im In- und Ausland dokumentierte sie, unter anderem die Student*innenproteste 1968 in Paris und Frankfurt, Swinging London 1970, die so genannte Nelkenrevolution 1974/75 in Portugal sowie den Alltag auf dem Mekong in Vietnam und Kambodscha. Bekannt sind auch ihre Schwarz-Weiß-Fotografien von Persönlichkeiten, unter ihnen der Philosoph Herbert Marcuse, der damalige Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann und der Wortführer der Studentenbewegung Rudi Dutschke.